Mittwoch, 6. Juni 2018

Die Burleske von Kiew - Ein Lehrstück über die Verfasstheit des Mainstreams

 In der Ukraine haben sie Kasperletheater gespielt - nicht zum ersten Mal. Was die Handpuppen der US-Geheimdienste allerdings dieses Mal inszenierten, schlägt alles bisher dagewesene. Der russische Journalist, oder sollte man nun lieber Schmierenkomödiant sagen, Arkadi Babtschenko, so wurde am  29.Mai gemeldet, sei unmittelbar vor seiner Haustür, duch Schüsse in den Rücken von Unbekannten getötet worden.

 Die Mainstreampresse zündete umgehend ein Feuerwerk der Krokodilstränen. Der arme Babtschenko, ein aufrechter Journalist, nur der Wahrheit verpflichtet, habe bereits sein Vaterland, die russische Föderation verlassen müssen weil nicht nur er, sondern auch seine gesamte Familie dort mit dem Tode bedroht worden sei.

Arkadi Babtschenko - schon immer ein begnadeter Schauspieler. Hier im Jahr 2014 auf dem Maidan als Barrikadenkämpfer
Screenshot  Spiegel online
 Die berühmt berüchtigte Christina Hebel von Spiegel online beschrieb Babtschenko hoch theatralisch mit:
"Ein Mann im Krieg",
und verwöhnte ihre Leser mit den harten, bestens recherchierten Tatsachen:
"Hart kritisierte Arkadij Babtschenko Putins Operationen in der Ukraine und in Syrien. Dafür wurde der russische Kriegsjournalist angefeindet - so sehr, dass er sein Land verließ. Nun wurde er in Kiew erschossen."
Anette Langer sprang Hebel bei und berichtete von vor Ort, quasi aus der ersten Reihe in Kiew:
"Mord an russischem Regierungskritiker Babtschenko - Schüsse in den Rücken
Arkadij Babtschenko war auf dem Rückweg vom Einkaufen, dann hörte seine Frau einen Knall: Der Angriff auf den Putin-Kritiker könnte ein Auftragsmord gewesen sein - Weggefährten vermuten eine Botschaft dahinter."
Wie immer wenn in Moskau an irgendeiner Strassenecke mehr als drei Menschen zusammen stehen berichtet Hebel auch jetzt wieder von einer machtvollen Demonstration der Aufrechten gegen das Unrechtsregime des Vladimir Putin:
"In Kiew und Moskau reagierten Freunde und Kollegen geschockt. In der Nacht zündeten einige Dutzende auf der Große Moskwa-Brücke nahe dem Kreml, wo vor drei Jahren der Putin-Kritiker Boris Nemzow erschossen worden war, Kerzen für Babtschenko an."
Jede gute Geschichte braucht auch eine Moral, mit der Hebel nicht lange hinter dem Berg hält:
"In Kreml-kritischen Kreisen empfindet man den jüngsten Mord als weiteres Signal: Wer das Regime in Moskau kritisiert, lebt gefährlich, ist nirgends mehr sicher."
 Eine kommödienhafte Note bekommt Hebels Geschichte, wenn sie Babtschenko mit Moral in Verbindung bringt:
"Harsch hatte der 41-Jährige immer wieder die Aggressionen Russlands kritisiert. Ihn trieb der moralische Niedergang seines Heimatlandes um, der so viel sinnloses Leid, so viel Tod auch in den eigenen Reihen gebracht hat."
 Wir haben es also hier mit einem Mann mit hohen moralischen Wertmassstäben zu tun. Hebel läßt uns mit einer kleinen Episode über Babtschenkos Geisteshaltung teilhaben:
"Doch richtig zum Ziel persönlicher Anfeindungen wurde Babtschenko im Dezember 2016. Damals war eine russische Militärmaschine mit 92 Menschen an Bord - darunter unter anderem das Alexandrow-Musikensemble der Armee und Journalisten des Staatsfernsehens - auf dem Weg nach Syrien abgestürzt. Babtschenko hatte daraufhin auf Facebook erklärt, man könne um die Opfer im Grunde nicht trauern. Schließlich hätten sie sich für Putins Interventionskrieg instrumentalisieren lassen."
Für Hebel vollkommen unverständlich die Reaktionen in Russland:
"Der ultranationale und Kreml-nahe Sender Tsargard setzte ihn daraufhin auf Platz 10 der Liste der 'Top 100 Russophoben'. Duma-Abgeordnete und das Staatsfernsehen arbeiteten sich an Babtschenko ab, der massive Drohungen erhielt."
 Waren es doch nur 92 Putin-Trolle, für die die Bezeichnung Menschen eigentlich völlig fehl am Platze ist, die ums Leben gekommen waren. Gut diese doch eher minderwertigen Leben waren ausgelöscht, aber was mit Babtschenko in der Folge geschah, war reinster Kremlterror:
"Der Journalist sah sich gezwungen, mit Frau und Tochter sein Land zu verlassen, 'so persönlich, so beängstigend' sei die Kampagne gegen ihn gewesen, schrieb er im 'Guardian'". 
Babtschenko durchlief dann die üblichen Stationen, wenn ein aufrechter Putinhasser seine Heimat verläßt um sich den westlichen Geheimdiensten anzubiedern:
"Er, der früher für "Moskowskij Komsomolez" und die Kreml-kritische "Nowaja Gazeta" berichtet hatte, ging zunächst nach Prag, dann nach Israel, bis er nach Kiew zog."
Den Rest seiner vom Tode bedrohten Familie liess Babtschenko in Moskau zurück:
"Seine Mutter lebt mit den gemeinsam aufgenommenen Adoptivkindern nach wie vor in Moskau."
 Eine schöne, herzzerreissende Geschichte von dem aufrechten, unbeugsamen Journalisten in der Schlangengrube des Putinschen Geheimdienststaates. Mit dem bitteren Ende des tragischen Heldens durch einen meuchelnden Schuss in den Rücken.

Während es also bei Hebel ziemlich stark menschelt, macht uns Langer mehr mit den knallharten Fakten vertraut:
"Babtschenkos Ehefrau befand sich den Meldungen zufolge im Badezimmer, als sie einen Knall hörte. Sie sei hinausgelaufen und habe ihren Mann in einer Blutlache liegend vorgefunden, hieß es."
Sie weiß auch von Anton Geraschenko,
"ein Abgeordneter der ukrainischen Partei 'Volksfront'",
intime Kenntnisse über den Ablauf des angeblichen Verbrechens:
"Der Mörder wartete im Treppenhaus am Hauseingang".
 Wer sich ein wenig auskennt in den Personalien der Putschisten in Kiew, der weiß, dass jener Anton Geraschenko, den Langer so harmlos als einen Abgeordneten der Partei "Volksfront", des ehemaligen Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk beschreibt, der wiederum beste Beziehung zu US-amerikanischen Geheimdiensten hat, in Wirklichkeit ein ziemlich schlimmer Finger ist.

 Geraschenko hat zudem die unangenehme Eigenschaft immer gerade dort zu sein, wo ein Journalist vom Leben zum Tode befördert wird.

 Am 16. April 2015 wurde der russlandfreundliche Journalist Oles Busyna aus einem Auto heraus in unmittelbarer Nähe seiner Wohnung erschossen. Einen Tag zuvor hatte den ehemaligen Abgeordneten der Partei der Regionen, Oleh Kalaschnikow, schon das gleiche Schicksal ereilt. Von beiden, sowohl von Kalaschnikow als auch von Busyna hatte die Internetseite "Myrotworez" (Friedensstifter), die dem ukrainischem Geheimdienst SBU nahesteht, unter dem Reiter mit der vielsagenden Bezeichnung "Fegefeuer", die persönlichen Daten, wie Anschrift, Handynummer und nächste Anverwandte veröffentlicht, mit dem Zusatz, sie seien Feinde der Ukraine und das es sich bei ihnen um "Separatisten und Anti-Maidan Aktivisten" handele.

Wer aber nun ist Eigentümer der zur Lynchjustiz aufrufenden Website? - Der Abgeordnete Geraschenko.

 Im Januar 2017 stand Geraschenko selbst im Mittelpunkt eines angeblichen Mordkomplotts. Genau wie in den US-Krimis aus Hollywood, in denen die Guten immer in allerletzter Sekunde vor dem bereits sicheren Tod gerettet werden, wurden zwei Individuen, die auf der Krim in Haft saßen und begnadigt wurden, verhaftet während sie Geraschenko mit einer Bombe töten wollten. Diese, in höchster Not verhinderte schändliche Tat brachte die Behörden der Ukraine auf die Idee, den Fall des durch eine Autobombe getöteten weißrussischen Journalisten Pavlov Sheremet neu und intensiver zu untersuchen. Daraus wurde allerdings bis heute nichts. Kein Wunder, hatte Sheremet in seinen letzten Lebensmonaten immer heftiger die Führung in Kiew und die Umtriebe der Freiwilligenbatallione kritisiert.

 Langer stört das wenig. Sie verwurstet Sheremet in ihrem Text als Putinkritiker, weil es doch so schön passt. Oles Busyna wird dann einfach hinzugefügt, so als sei er ebenfalls ein Kremlkritiker gewesen:
"Es ist bereits der dritte ungeklärte Todesfall eines Journalisten in der ukrainischen Hauptstadt in vier Jahren. 2016 tötete eine Autobombe den russischen Journalisten Pawel Scheremet, ebenfalls ein Kritiker der Moskauer Führung. 2015 wurde der ukrainische Journalist Oleg Busina ermordet. Keiner der Fälle konnte bisher aufgeklärt werden."
 So geht Qualitätsjournalismus - was nicht passt wird passend gemacht. Und wer den, den Qualitätsjournalismus, richtig kennenlernen will, der hat in den letzten Tagen einige Lektionen dazugelernt. Zum Beispiel, wie man ein Phantombild von einem Mörder fertigt, obwohl es gar keinen Mörder gibt:
"Der stellvertretende Leiter der ukrainischen Polizei, Wjatschewslaw Abroskin, veröffentlichte nur wenige Stunden nach dem Tod des Journalisten ein Phantombild des mutmaßlichen Täters."
Screenshot Spiegel online

Eine ziemlich genaue Täterbeschreibung liefert Der Spiegel gratis dazu:
"Demnach ist der Gesuchte 40 bis 50 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 Meter groß und trägt einen angegrauten Bart."
Allerdings:
"Woher die Angaben kommen und wer sich als Zeuge gemeldet hat, ist nicht klar." 
Kann ja eigentlich nur von dem Abgeordneten Geraschenko stammen, der den "Mörder" ja "im Treppenhaus am Hauseingang" gesehen hat. Jener Geraschenko, der nicht nur den Mörder gesehen hat, sondern der auch die Hintermänner und deren Motive genau kennt:
"Das System Putin hat es auf alle abgesehen, die man nicht brechen oder verängstigen kann."
 Blöd nur an der schönen Geschichte ist, dass Babtschenko sich nach wie vor, in vollen Zügen, seines Lebens erfreut. Der miese Meuchelmord, durch von Russland gedingte Killer, stellte sich als ein weiteres Stück aus dem Kommödiantenstadl der ukrainischen Laiendarsteller heraus. Angeblich, so die Witzbolde aus Kiew, habe man den Mord nur vorgetäuscht, um die wahren Killer aus ihren Verstecken zu treiben und sie umgehend festzunehmen.
Die Laienspielschar aus dem Kommödienstadel in Kiew
Screenshot Spiegel online
 Alles war gelogen. Die Einschusslöcher waren in das T-Shirt geschnitten worden, das Blut, dass in Mengen floß, war Schweineblut. Die Sanitäter ukrainische Geheimdienstler. Nur Der Spiegel, der war  mal wieder absolut authentisch: Eigene Recherche: Null, kein Gegencheck, einfach beim Geheimdienst abgeschrieben. Die Nachricht passte halt so gut in die Agenda.

 Die Spiegel-Redakteurinnen Christina Hebel und Anette Langer befanden sich mit ihrer grenzenlosen Ignoranz in allerbester Gesellschaft. Besonders dreist gebärdete sich ein weiteres mal Julian Hans in der Süddeutsche Zeitung. Am 31. Mai, nachdem der ganze Spuk aufgeflogen war entrüstete sich Hans über seine Kollegen:
"Nach der ersten großen Erleichterung stehen viele Leute ganz schön dumm da: Politiker, die nach der Nachricht von Babtschenkos vermeintlicher Ermordung Aufklärung forderten und mit dem Finger auf Moskau zeigten. Berufsverbände, die auf die wachsende Bedrohung von Journalisten hinwiesen. Nachrichtenkanäle, die die falsche Meldung in die Welt trugen",
anstatt sich bei seinen Lesern zu entschuldigen, für seine reichlich dämlichen Tweets vom 29. und 30. Mai. Denn noch einen Tag zuvor hatte er einen Beitrag von Christian Neef retweetet, in dem dieser sich über den NDR entrüstet, weil dieser einen Beitrag neutral und ohne jede Schuldzuweisung Richtung Moskau mit:
"In der Ukraine ist erneut ein regierungskritischer Journalist erschossen worden",
überschrieben hatte.


 Zuvor hatte Hans schon einmal vorbeugend alle jene zu diffamieren versucht, die nicht die - "per Order de Mufti" - beschlossene Täterschaft Moskaus vorbehaltlos anerkennen wollten und sich das Recht herausnehmen, selbst zu denken.


 Dabei hatte sich Hans, nach dem schönen alten Motto, zitierst du mich zitier' ich dich, von Christian Neef zur Seite springen lassen, der Hans' Dummheiten umgehend auf seinem Twitteraccount zitierte. Man kann sowas Tatsachen kreieren nennen. Ein Schreiberling stellt eine steile These auf, die sich dann, nach dem Schneeballsystem, durch gegenseitiges zitieren zur Wahrheit verfestigt.

 Wen wundert es da, dass einer wie Boris Reitschuster, der, will man ihm denn unbedingt auf den Leim gehen, selbst von Putins Häschern verfolgt nach Deutschland floh, bedauert, dass man nie erfahren wird wer die Täter waren. Logisch wenn es keine Täter gibt. Aber obwohl es keinen Mord und somit auch keine Mörder gibt, liegt die 
"klare politische Verantwortung beim System Putin."
Kein Wunder, dass jemand, der solch' einen Schwachsinn verzapft sich selbst zitieren muss, weil es selbst in diesem Panoptikum der Gerüchte, Unterstellungen und Mutmaßungen sonst niemand tut.



 Typisches Elite-Verhalten das die Damen und Herren Journalisten und Politiker an den Tag legt, als herausgkommen war, dass die ganze Geschichte ein riesengroßer Bluff war. - Fehler machen grundsätzlich die Anderen. Selbst ist man, ohne auch nur den geringsten Zweifel, automatisch immer auf der richtigen Seite. Udo Lielischkies, schon öfter als übler Hetzer und Überbringer von Fakenews aufgefallener ARD-Mann in Moskau, ging sogar seinen Arbeitgeber, ARD-Aktuell an, weil ihm diese Weicheier in Hamburg zu schlaff formuliert hatten:

 Unverhohlen hatte er einen Tag zuvor an die Methoden der Nazis erinnert. Dazu erweckte er einen Beitrag Babtschenkos in der nicht unwesentlich von George Soros finanzierten Online-Plattform Open Democracy - Russia and beyond vom Januar 2017 wieder, in dem dieser sich weinerlich mit der harschen Kritik zu seinen Äusserungen anlässlich des Absturzes einer TU-154 bei Sotschi am 25. Dezember 2016 auseinandersetzt. Im Angesicht der Tatsache, dass sich die Maschine auf einem Flug zum Militärflugplatz Hmeimim in Latakia in Syrien befand und unter anderem 64 Mitglieder des berühmten Alexandrow-Ensembles an Bord hatte, die dort für die russischen Soldaten ein Neujahrskonzert geben wollten, hatte Babtschenkow geschrieben:
"Ich habe weder Mitleid noch Erbarmen. Ich drücke den Verwandten und Angehörigen nicht mein Beileid aus… Ich habe nur ein Gefühl – scheiß drauf"
Babtschenko sah seinen Text ganz anders. Der Mann der die Gefühle vieler Russen angesichts von 92 Toten auf das tiefste beleidigte relativiert seinen Facebookbeitrag auf Open Democracy:
"Vor zwei Wochen stürzte eine russische TU-154, die das weltberühmte Alexandrow-Ensemble nach Syrien transportierte, ins Schwarze Meer. Sie waren auf dem Weg zu einem Konzert für Piloten, die an Russlands Luftkampagne in Aleppo beteiligt waren. Ich habe einen Beitrag dazu auf Facebook geschrieben. Es war neutral. Ich habe zu nichts aufgerufen oder jemanden beleidigt."
Lielischkies, ganz der Manipulator, als den man ihn kennt, kann nicht widerstehen, als Babtschenko ihm diese Steilvorlage gibt:
"Im Großen und Ganzen ist dieser Artikel nicht so weit entfernt von den Zeitungen der 1930er Jahre, als die Autoren forderten die „Feinde des Volkes“  "wie wilde Hunde" zu erschiessen."
Dieser fügt zwar noch hinzu:
"Es scheint, dass unsere Kollegen von der Ära des stalinistischen Terrors nicht so weit entfernt sind",
um an anderer Stelle einen unhaltbaren Vergleich des heutigen Russlands mit dem Naziregime im Deutschland der dreißiger und vierziger Jahre zu ziehen und die Opfer des Holokaust zu verhöhnen:
"Als ich Geschichte in der Schule studierte, konnte ich nie verstehen, wie Deutschland, ein ganzes Land, seinen Verstand verlieren konnte. Wie konnte ein ganzes Land Juden verfolgen, Pogrome organisieren, Menschen aus ihren Häusern verjagen, sie iauf offener Straße töten und schließlich in Todeslagern Menschen lebend verbrennen?" 
 Lielischkies macht sich mitschuldig an der Relativierung der einmaligen Verbrechen der Nazis und Hitlerdeutschlands und verhöhnt so die Millionen Opfer deutschen Rassenwahns.



 Ina Ruck erklärt einen Text aus dem "Guardian" vom 24. Februar 2017 geradezu zur Pflichtlektüre für jeden aufrechten Deutschen. 
"Lesen!"
Befiehlt sie den Besuchern ihres Twitter-Account. Es handelt sich um Auszüge des Textes von Open Democracy. Der Guardian läßt jedoch die heiklen Passagen, in denen z. B. Babtschenko über die neun toten mitgereisten Journalisten sagt, er könne nur ganz rational feststellen, dass es nun neun Leute weniger gäbe, die ihn und seine Freunde drangsalierten. Auch die von vorn bis hinten hinkende Vergleiche der Jetztzeit mit dem Stalinismus und dem widerlichen Vergleich mit Nazideutschland läßt der Guardian schamvol unter den Tisch fallen. Die derbe Ausdrucksweise Babtschenkos 
"Ich habe weder Mitleid noch Erbarmen. Ich drücke den Verwandten und Angehörigen nicht mein Beileid aus… Ich habe nur ein Gefühl – scheiß drauf",
wandelt das Blatt um in:
"Nach all diesen Kriegen und Todesfällen hatte ich nur ein Gefühl als ich vom Tod der repräsentanten des russischen Militärs hörte - Gleichgültigkeit."
Auch für Ina Ruck (ARD) gibt es, ohne dass sie auch nur einen Finger für die Recherche gekrümmt hätte, nur einen Schuldigen - Russland.

Auf entwaffnende Art und Weise gibt uns Ruck in ihrem Tweet einen Tag später einen Einblick in ihre Arbeitsmethode:
"Und mir eine Lehre, demnächst auch bei Informationen ukrainischer Behörden noch genauer hinzusehen."
 Was wache Geister schon immer vermuteten, wird nun aus dem Zentrum der Mainstreammedien bestätigt. Läßt man das Wörtchen "noch" weg, das von Ruck nur zur Relativierung ihres eigenen Totalversagens eingefügt wurde und somit keinerlei Bedeutung hat, so gibt Frau Ruck unumwunden zu, dass bei den Propagandameldungen aus Kiew nicht so genau hingeschaut wird. Soll heißen, Verlautbarung aus Kiew = keine Reichere, keine Überprüfung, Vernachlässigung der alten Regel nach der erst publiziert wird, wenn eine Meldung aus zwei voneinander unabhängigen, seriösen Quellen kommt.
 Christian Esch, Leiter des Moskauer Spiegelbüros vermeidet jegliche journalistische Anmutung in seinem Tweet. Wie seine Brüder und Schwestern im Geiste von der Boulevardpresse, drückt er auf die Tränendrüsen und protzt mit seinem engen Verhältnis des vom hasserfüllten Aufpeitscher zum, vermeintlich, toten Helden avancierten Babtschenko. Es gilt Emotionen zu schüren, wo saubere Berichterstattung angesagt wäre.


 Emotionen, die Der Spiegel auch mit diesem Foto schürt. Veit Medick, der sich zufällig mit der Delegation von Bundespräsident Steinmeier in Moskau aufhielt, zeigt uns beeindruckend, wie Emotionen produziert werden. Ein Mann sitzt in der Nähe des angeblichen Tatortes an ein niedriges Geländer gelehnt, offensichtlich von den Ereignissen seelisch schwer mitgenommen. Um ihn herum tummeln sich Journalisten und Schaulustige und versuchen das Pressefoto des Jahres zu schiessen. Ob der Mann dort wirklich aus eigenem Antrieb sitzt, oder dort medienwirksam hingesetzt wurde, ist im Zusammenhang mit der Schmierenkomödie keine ganz unberechtigte Frage.

 Marieluise Beck, die Grande Dame der Russophobie relativiert nach Kräften. Der Zweck heiligt die Mittel ist ihr Credo. Wenn's doch gegen Russland, gegen Putin geht - warum nicht lügen und betrügen und darum gleich die nächste Lüge von den unbenannten Hintermännern und Verantwortlichen publizieren. Und ausserdem:
"...es herrscht hybrider Krieg."


 Rebecca Harms, Seelenverwandte von Beck scheint gar nicht begriffen zu haben, was sich da in Kiew abgespielt hat. Sie begrüßt Babtschenko, so als sei er zurück aus dem Reich der Toten:
"Welcome back!"
 Und sie freut sich darauf bald mit Babtschenko, den sie vertraulich beim Vornamen, Arkady, benennt, in Kiew einen zu trinken. Im Angesichts dieses Tweets kann man nur vor weiterem Genuss von Alkohol warnen.

  Zum guten Schluss ein Blick auf den König der Diffamierung, den Weltmeister der Hetze und der Hasspredigt, Julian Röpcke, wegen seiner übergroßen Verdienste um die Kopfabschneider im Syrienkrieg auch Jihad-Julian genannt. Man muss schon innerlich förmlich vom Hass zerfressen sein oder aus Geldgier jeglichen Anstand über Bord geworfen haben, um sich öffentlich so zum Vollhorst zu machen wie Röpcke das tut.


 Auch bei Röpke scheint es für die einfache Erkenntnis, dass Babtschenko gar nicht tot war, sondern seinen Tod der Welt nur mit Hilfe des urkainischen Geheimdienstes SBU vorgegaukelt hat, geistig nicht zu reichen. Auch er begrüßt jemandes zurückkommen, der gar nicht weg war. Im Überschwang der Gefühle kann man schon mal den von Putin ermordeten, ermordeten, ermordeten Babtschenko gleich dem Herrn der Christenheit wieder auferstehen lassen.



Wer Presse lesen will, Radio hören und Fernsehen sehen, der sollte sich in Zukunft immer dieses einmalige Lehrstück journalistischer Volksverdummung vor Augen führen. Nie zuvor hat die Journaille ihre Maske so ungeniert fallen lassen. Die sich immer wieder zum Kaiser hochstilisierenden Welterklärer hasben gar nicht bemerkt wie sie sich selbst ihrer Kleider entledigt haben. Nackt und ohne jede Deckung haben sie sich uns präsentiert. So wollen wir sie für immer in Erinnerung behalten, damit sie uns nicht noch einmal an der Nase herumführen können.

 Journalistische Ethik, vierte Kraft der Demokratie, Ehre des Berufstandes - alles nur Augenwischerei für's dumme, dumme Volk. Es geht um Macht, Geld und Eitelkeiten und um sonst gar nichts.

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