Sonntag, 15. Januar 2012

Kreuzritter im Dienst der Herren der Wallstreet

Was bilden wir uns eigentlich ein. Wir halten uns für den Nabel der Welt, um den sich alles zu drehen hat. In der Muslimischen Welt nennt man uns die Kreuzritter. Und genau so gehen wir vor. Waren die Kreuzritter der Meinung, Gott, ihr Gott, der Gott der Christen den sie für den einzigen hielten, gebe ihnen das Recht raubend, mordend, brandschatzend die Welt nach ihren Vorstellungen zu formen.

 Heute ist unser Gott das Geld, das Kapital, das sich vermehren muss. Dafür brauchen wir die Wirtschaft, nicht umgekehrt. Alles wird diesem Gott untergeordnet, alles wird instrumentalisiert. Wir sagen Demokratie und meinen unsere Art der Demokratie, die unveränderlich ist, unwandelbar egal,wo immer wir sie einfordern ob in Europa, in Indien, am Kongo, in Zentralasien oder im Nahen Osten. Es ist eine Demokratie, eher eine Oligarchie, der Eliten, die sich in bestimmten Intervallen von der Bevölkerung in Wahlen bestätigen lässt. Dabei ist es vollkommen egal ob die Regierung wiedergewählt wird, oder die Opposition gewinnt, die Macht wechselt nie.

 Die Mitwirkung der Menschen bis hinunter in ihr engstes räumliches und persönliches Umfeld bleibt ausgeschlossen und wird bei Zuwiderhandlung scharf sanktioniert (versuchen Sie doch einmal gemeinsam mit ihren Nachbarn ihre Energieversorgung und Wasserversorgung, die Strassenreinigung oder den nervtötenden Verkehr vor Ihrer Haustür selbst zu organisieren und kommen Sie dabei den wirklich wichtigen, den Herren des Geldes in dir Quere). Von jeglicher Demokratie ausgeschlossen, ist die Berufswelt. Acht bis zehn Stunden täglich, fast das ganze Leben lang, verbringt der Mensch an der Arbeitsstelle. (Sagen sie doch morgen früh mal ihrem Chef, ab jetzt wollten Sie gemeinsam mit den Kollegen ihre Arbeit selbstbestimmt nach demokratischen Regeln organisieren). Der Zugang zu Rohstoffen, Produktionsmittel, Grund und Boden, nichts davon wird demokratisch verwaltet.

 Diese, unsere Demokratie tragen wir wie einen Schild vor uns her, wenn wir uns aufmachen, andere Völker zu überfallen, wenn wir im Namen der Menschlichkeit aus einem Bunker, mitten in den USA, ferngesteuerte Bomben auf Menschen werfen, wenn wir jede Gegenwehr dadurch ersticken, das wir Munition mit abgereichertem Uran verschiessen, die ganze Generationen vergiftet, wenn wir Napalm vom Himmel regnen lassen, das arme wehrlose Menschen in Fackeln verwandelt, wenn wir ganze Regionen  durch Agent Orange entlauben und dabei fürchterliche Missbildungen bei Neugeborenen in Kauf nehmen, wenn wir durch explodierende Streubomben noch zig Jahre nach einem Krieg spielenden Kindern Arme und Beine abreissen, wenn wir die Infrastruktur einer ganzen Nation in Schutt und Asche legen.

 Wir bauen die schrecklichsten Waffen, die die Menschheit je gesehen hat, Wasserstoffbomben und Chemie- und Biologiewaffen. und verbieten anderen Völkern moralisierend sich dagegen zur Wehr zu setzen. Alles nur, um angeblich unsere Demokratie und Freiheit zu verteidigen. In Wirklichkeit geht es um Macht und Kapitalrendite. Wir brauchen Rohstoffe und für diese sichere Wege zu uns. Wir brauchen Absatzmärkte für unsere Waren, vom einfachen Agrarprodukt bis hin zu Hightec-Erzeugnissen und wir brauchen Endlager für unseren Abfall und unser Gift.

 So lange die Vasallen der zweiten und dritten Welt unsere Forderungen erfüllen, können sie tun und lassen was sie wollen. Aber in dem Augenblick, in dem sie nicht mehr mitspielen in unserem System der Ausbeutung, erklären wir ihre Herrscher zu Despoten, ihre Wahlen für gefälscht und ihr Rechtssystem für menschenverachtend und zwar unisono durch Politiker, Presse, bis hin zu den Herren in den Talaren am Sonntag von den Kanzeln.

 Dann verlangen wir plötzlich freie unmanipulierte Wahlen, unabhängige Justiz und Presse. Menschen sollen eine ihnen vollkommen fremde Regierung in einer Stadt fernab ihrer Welt und ihrer Vorstellungskraft wählen. Sie, die nicht einmal schreiben und lesen können, sollen hochkomplexe Dinge entscheiden, die ein Grossteil der Bevölkerung hier bei uns, trotz aller Informationsmöglichkeiten nicht versteht. Ein Kreuz, oder ein Fingerabdruck an der richtigen, uns genehmen Stelle und alles ist gut. Gefällt uns das Ergebnis nicht, dann war die Wahl gefälscht. Unsere Geheimdienste organisieren ein paar Unruhen, die Herrschenden setzen sich zur Wehr, wir schreien Unterdrücker, Mörder, Folterer und schlagen los.

 Am Ende unseres Kreuzzuges ist dann zwar alles wie vorher, aber wie sagte doch schon ein US-amerikanischer Politiker über einen Despoten in der dritten Welt: "Er ist ein Schweinehund, aber er ist unser Schweinehund," und das ist alles was zählt.

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