Samstag, 22. Dezember 2012

Gebrüder von Klaeden, Springerverlag und Bundeskanzleramt Hand in Hand

 Januar 2009, im Springer-Hochhaus in Berlin wird ein geschmeidiges Kerlchen, ein Vertreter der Generation Golf, jener Generation, für die sich die Welt nur um sie selbst und ihre Karriere dreht, zum obersten Lobbyisten des Verlages ernannt. In der Presseerklärung des Verlages heisst es: „Er verantwortet…die Beziehungen zu Parlamenten, Ministerien, Verbänden und Institutionen und berichtet an den Konzerngeschäftsführer Public Affairs Christoph Keese, 44". Sein Name, Christoph von Klaeden.

 Klaeden ist gelernter Jurist. Er ist aber praktisch seit seiner Studienzeit auch journalistisch aktiv. Seit 2007 ist er für den Axel Springer Verlag tätig, zuletzt als Gesamtwerbeleiter der Bild. Zuvor arbeitete er für den SWF, die ARD und die Holtzbrinkgruppe.

 Wie gesagt, von Klaeden ist nur an einem, seiner eigenen Karriere interressiert. Ethische Grundsätze sind ihm fremd. Er handelt nach dem Grundsatz wes Brot ich ess’ des Lied ich sing’. Eine Personalentscheidung, die von der Öffentlichkeit praktisch nicht wahrgenommen wird, die aber von grosser Weitsicht ist und für den Axel Springer Verlag mit Geld nicht zu rechnen ist.

28. Oktober 2009, im Bundeskanzleramt in Berlin ernennt die, gerade zur Kanzlerin einer Koalition aus CDU/CSU und FDP gewählte Angela Merkel, Eckart von Klaeden zum neuen Staatsminister bei der Bundeskanzlerin. Offiziell heisst es, er sei Koordinator für Bürokratieabbau und bessere Rechtsetzung.

 Eckart von Klaeden ist der ältere Bruder Dietrich von Klaedens. Er war parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion, deren aussenpolitischer Sprecher und Schatzmeister der CDU. Von Klaeden zählt zu jener Garde junger Politiker, bei denen zu jeder Zeit, jede Meinung abrufbereit ist. Einzig und allein asuschlaggebend für den Inhalt ist der Nutzen für die eigene Karriere. Leute, wie sie die ebenfalls absolut prinzipienlose Kanzlerin braucht, und so unintelligent, dass sie ihr niemals gefährlich werden können.

 Als Staatsminister sitzt Eckart von Klaeden bei jeder Kabinettsitzung mit am Tisch. Er ist mittendrin im Zentrum der Macht. Seine Interessen liegen eigntlich mehr im Bereich der Aussenpolitik. Bei der Altherrenverbindung Atlantikbrücke hat er sich bis in den Vorstand geschleimt. Ein Beauftragter für Bürokrateiabbau ist mit einem Staatsminister seltsam hoch angesiedelt. Man kann getrost davon ausgehen, dass der Mann nur wenig seiner kostbaren Arbeitszeit dem Bürokratieabbau widmet.

 Dagegen ist er eine hervorragende Andockstelle für den Springer Verlag, und eine hervorragende Brücke für die Bundeskanzlerin zur Presse. Kanzleramt und Verlag sind eine innige Symbiose eingegangen. Man kann von aussen beim besten Willen nicht erkennen, wer hier Schmarotzer und wer Wirt ist. Beide Seiten profitieren gleichermassen voneinander. Der Verlag dürfte über einen exellenten Zugang zu Informationen und Hintergrundwissen verfügen und die Kanzlerin saugt Honig aus einer hervorragenden Presse.

 Aber wie es nun einmal ist beim schmarotzen, egal wieviele sich von einem Wirt ernähren, einer wird immer ausgesaugt bis er irgendwann kraftlos tot zusammenbricht. Wenn die Gebrüder von Klaeden am heimischen Kaffetisch ein wenig aus den Nähkästchen plaudern und sich auf einen gemeinsamen Sprachgebrauch von Bundeskanzlerin, Bild und Welt einigen, dann bleibt die Demokratie, dann bleibt der Rechtsstaat auf der Strecke.

 Jeder möge sich seinen Reim darauf machen, warum der Rest der versammelten Hauptstadtjournalisten nicht aufgeheult hat. Wahrscheinlich können die Damen und Herren gar nichts anrüchiges mehr daran finden, wenn Regierende und sie Überwachende so eng zusammenarbeiten. Gehören sie doch alle irgendwelchen Hinterzimmerzirkeln an, die sich mittlerweile jeder Hinterbänkler des Bundestages hält, - zum Schaden der Bürger.

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