Mittwoch, 19. Dezember 2012

Rösler lässt Altersarmut verleugnen

 So geht das heute in Deutschland: Die Altersarmut wird vom feinen Herrn Rösler mit einem Federstrich, praktisch per order de mufti, abgeschafft. Was unserem nichtsnutzigen, jungen Wirtschaftsminister nicht in sein neoliberales Wirtschaftschema passt, das erklärt er einfach für nicht existent. Er unterscheidet sich da nur wenig von den diktatorischen Machthabern in Nordkorea.

 Schon am Armutsbericht der Bundesregierung hat er so lange herumgeschraubt, bis alle brisanten Aussagen herausgestrichen, oder so umformuliert waren, bis ihr Sinn ein ganz anderer geworden war. Nun hat das Bürschlein den wissenschaftlichen Beirat seines Ministeriums durch den Mund, des als Leihmaul für die Versicherungswirtschaft bekannt gewordenen Professors, Axel Börsch-Supan, bekannt geben lassen, es gebe keine Altersarmut in Deutschland.

 Börsch-Supan, dem, als Parteigänger der Versicherungswirtschaft, natürlich jede Erhöhung der gesetzlichen Rente ein Dorn im Auge ist, versteigt sich gern schon mal zu flotten Sprüchen dieser Art: Rentner seien diejenigen, „die sich derzeit selbst bedienen“. Menschen, die ein ganzes Leben lang hart gearbeitet haben, sicher um einiges härter als Börsch-Supan und sein missratenerMinister, die ihr Leben lang nur dem Staat auf der Tasche gelegen haben, bedienen sich selbst, wenn sie ihren Anteil an der Wertschöpfung der Wirtschaft verlangen. Was für ein Zynismus.

 Aber Börsch-Supan ist nur das mediale Aushängeschild eines Konglomerats von gestrigen und vorgestrigen Ökonomen, die der Herr Wirtschaftsminister da in seinem „Wissenschaftlichen Beirat“ versammelt hat. Ausschliesslich Ordo- und Neoliberale, fast ausschliesslich aus den Kölner, Mannheimer, Münchner und Züricher Universitäten, treffen da aufeinander und betrachten die Welt durch die Brillen ihrer längst überkommenen und widerlegten Denkschulen.

 Ihre Ökonomie kennt nur einen Glaubenssatz: Das Recht des Stärkeren. Wer hat, dem soll gegeben werden. Auf diese Weise, so die Jünger von Adam Smith, Friedrich August von Hayek und Walter Eucken bis hin zu Milton Friedman und seinem Chicago Boys, die sich nicht scheuten mit den Mördern der Militärdiktatur in Chile zusammenzuarbeiten, nur um ihre verworrenen Theorien einmal in der Praxis zu erproben (sie sind übrigens grandios gescheitert), würden irgendwann dann auch einmal ein paar Brosamen unter den Tisch fallen, um die das gemeine Volk sich dann streiten kann.

Wissenschaft ist vor allen Dingen Diskurs. Dazu aber gebraucht es mehrerer unterschiedlicher Meinungen. Zu einem wissenschaftlichen Diskurs in seinem Beirat kann der „Freie Demokrat“ mit der Denke eines kommunistischen Diktators, Phillip Rösler, sich aber nicht durchringen. So gesehen ist der „Wissenschaftliche Beirat des Wirtschaftsministeriums“ nur ein Stichwortgeber für den Wirtschaftsdarwinisten Rösler.

Hier einmal aufgereiht die Mitglieder des Beirats mit Hinweisen auf ihre Vernetzungen, die aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben:

Professor Achim Wambach, Ph.D., Vorsitzender: Direktor des erzkonservativen Kölner Institut für Wirtschaftspolitik, der ordopolitischen Jenaer Allianz

Professor Dr. Eckhard Janeba, Sellvertr. Vorsitzender:
von 1999 bis 2002 Trainee bei der Commerzbank, Mitglied des Verein Für Socialpolitik

Professor Dr. Hermann Albeck,


Professor Dr. Stefan Bechtold: Mitglied im Walter Eucken Institut

Professor Dr. Peter Bernholz: 1992 - 1998 Vorstandsmitglied der Mont Pelery Society, der Kaderschmiede der Neoliberalen schlechthin, Präsident der European Public Choice SocietyMitglied Verein für Socialpolitik

Professor Dr. Norbert Berthold:
Träger des Ludwig-Erhard-Preises 2002, Autor der rechtsliberalen Internetzeitschrift „Die Freie Welt“, Initiator des ordnungspolitischen Blogs „Wirtschaftliche Freiheit“

Professor Dr. Charles B. Blankart: Mitglied der Mont Pelerin Society, Mitglied des, Vorstand des European Center for Public Choice, Institut für Unternehmerische Freiheit 1984/85 war er Präsident der European Public Choice Society, Beirat des Liberalen Instituts in Zürich

Professor Dr. Dres. h.c. Knut Borchardt: Empfänger der Hans-Möller-Medaille

Professor Axel Börsch-Supan, Ph.D.:
Mannheimer Forschungsinstituts Ökonomie und Demographischer Wandel (MEA), Aufsichtsrat des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mitglied der Rürup-Kommission,

Professor Dr. Friedrich Breyer:
Forschungsprofessor am DIW, Autor für den Blog Wirtschaftliche Freiheit, Befürworter der Kopfprämie im Gesundheitswesen

Professor Dr. Christoph Engel,


Professor Dr. Armin Falk: Programm-Direktor am Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA), Fellow des Centre for Economic Policy Research (CEPR), Fellow des Centers for Economic Studies (CESifo), Forschungsprofessor am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Träger des Gossen-Preis des Vereins für Socialpolitik

Professor Dr. Hans Gersbach:
Software Development, National Versicherung, Base Research Fellow McKinsey Global Institute, Washington,Management Consultant, McKinsey & Co., Schweiz, Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA), Fellow des Centre for Economic Policy Research (CEPR),

Professor Dr. Jürgen von Hagen:
Gründungsmitglied Ökonomenstimme

Professor Dietmar Harhoff, Ph.D.,

Professor Dr. h.c. mult Martin Hellwig, Ph.D.,

Professor Dr. Dr. h.c. Helmut Hesse:
  bis 2000 Vorsitzender des Konvents der evangelischen Akademie Kloster Loccum

Professor Dr. Roman Inderst: University College London und an der London School of Economics (LSE), französische Business-Schule Insead, Preisträger französischen Business-Schule Insead

Professor Dr. Otmar Issing:
Kronberger Kreis, Stiftung Marktwirtschaft, Goldman Sachs, Center for Financial Studies (CFS), 2003 Internationaler Preis der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung, 2004 Bernhard-Harms-Medaille des Instituts für Weltwirtschaft (Kiel), 2005 Prof. Hans-Möller-Medaille der Universität München, 2006 Ludwig-Erhard-Preis der Ludwig-Erhard-Stiftung

Professor Dr. Günter Knieps:
Verein für Socialpolitik, Mitglied des Wissenschaftlichen Kuratoriums des Walter Eucken Instituts, Autor Ökonomenstimme

Professor Dr. Dr. h.c. Wernhard Möschel:
Kommission Liberale Gemeindefinanzreform der FDP, Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik, Friedrich August von Hayek-Medaille der F. A. von Hayek- Gesellschaft, Walter-Eucken-Institut/Freiburg, Vorstand Kronberger Kreis, Vorsitzender Friedrich August von Hayek-Gesellschaft, Verein für Socialpolitik, New York Academy of Sciences, New York

Professor Dr. Manfred J.M. Neumann:
Mitglied des Kronberger Kreises, Stiftung Marktwirtschaft

Professor Dr. Axel Ockenfels:
Fellow des Centers for Economic Studies (CESifo), Preis der Philip Morris Foundation, Träger des Gossen-Preis des Vereins für Socialpolitik

Professor Regina T. Riphahn, Ph.D.,

Professor Dr. Albrecht Ritschl:
London School of Economics and Political Science

Professor Dr. Dr. h.c. mult. Helmut Schlesinger: ehem. Präsident der Bundesbank, Alexander-Rüstow-Plakette der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft, Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik,

Prof. Dr. Klaus Schmidt,

Professor Dr. Monika Schnitzer:
Autorin Ökonomenstimme,  Fellow des CESifo-Netzwerks, Fellow der European Economic Association

Professor Dr. Olaf Sievert: Stiftung Marktwirtschaft, Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik,

Professor Dr. Dr. h.c. Hans-Werner Sinn:
Vorsitzender des Vereins für Socialpolitik, Präsident des International Institute of Public Finance, Fellow des National Bureau of Economic Research in Cambridge (USA), Aufsichtsratsmitglied der HypoVereinsbank, Stiftungsrat Karlspreis, Aachen, Fellow der European Economic Association (EEA), European Economic Advisory Group at CESifo, Sonderpreis der Herbert-Quandt-Stiftung,

Professor Dr. Roland Vaubel: Liberales Institut Zürich, Autor der Internetzeitschrift „Die Freie Welt“

Carl Christian von Weizsäcker: Mitglied im Beirat von RWE Energie AG, Mitglied Kronberger Kreis, Beirat Stiftung Marktwirtschaft, Mitglied Grundsatzkommission der FDP

Professor Dr. Christian Watrin: 2000–2002: Präsident der Mont Pelerin Society, Präsident der Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft, Mitglied im Vorstand der Ludwig-Erhard-Gesellschaft, Herausgeber der Zeitschrift für Wirtschaftspolitik

Professor Dr. Ludger Wößmann:
Verein für Socialpolitik, Kuratorium, Roland Berger Stiftung

Professor Dr. Dr. h.c. mult. Hans F. Zacher.

1 Kommentar:

  1. Über die Bäume des Paradieses

    "Und der Baum des ewigen Lebens, wie er in Erscheinung getreten ist durch den Willen Gottes, befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen der Reinen unsterblich mache, die hervorkommen werden aus den Gebilden der Armut zum Zeitpunkt der Vollendung des Äons. Die Farbe des Baumes des Lebens aber gleicht der Sonne. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen denen der Zypresse. Seine Frucht gleicht einem Bund von Weintrauben, wobei sie weiß ist. Seine Höhe geht hinauf bis in den Himmel.
    Und neben ihm befindet sich der Baum der Erkenntnis, wobei er die Kraft Gottes hat. Seine Herrlichkeit gleicht dem Mond, wenn er sehr leuchtet. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen Feigenblättern. Seine Frucht gleicht guten, appetitanregenden Datteln. Dieser nun befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen aus dem Schlaf der Dämonen erwecke, damit sie zum Baum des Lebens kommen und von seiner Frucht essen und so die Mächte und ihre Engel verurteilen."

    Diese wundervolle Poesie (Die Schrift ohne Titel / Über die Bäume des Paradieses) ist nicht in der Bibel zu lesen; sie wurde erst 1945 als Bestandteil der "Schriften von Nag Hammadi" (wieder-)gefunden, die im Nachhinein betrachtet als der wertvollste archäologische Fund aller Zeiten anzusehen sind, denn sie beinhalten mit dem Philippusevangelium (NHC II,3) das vergessene Wissen der Urchristen (Gnostiker = Wissende) und mit dem Thomas-Evangelium (NHC II,2) die wahre und ebenso vergessene Erkenntnis des Jesus von Nazareth – und damit den Schlüssel zur Überwindung der Erbsünde und der Verwirklichung des "Himmels auf Erden"! Doch beschäftigen wir uns zunächst mit den "Bäumen des Paradieses", die in der Genesis nicht näher beschrieben sind. "Apfelbäumchen" sind es nicht, aber auch die Zypresse (immergrüner Nadelbaum) und der Feigenbaum (Laubbaum, der seine Blätter im Winter abwirft) sind wiederum nur Symbole für etwas sehr viel Grundlegenderes. Wörtlich übersetzt aus dem Althebräischen heißt der Baum des (ewigen) Lebens "Baum, der Frucht ist und Frucht macht". Es gibt keinen Baum in der Natur, der gleichzeitig "Frucht ist und Frucht macht", aber der Geldkreislauf in einer Volkswirtschaft ist der Gewinn und macht wieder Gewinn! Der Baum der Erkenntnis ist eigentlich der "Baum, der Frucht macht". Das machen zwar viele Bäume in der Natur, aber von der Hypothese, dass es sich bei den "Pflanzen" in der Genesis um natürliche Gewächse handelt, können wir uns jetzt verabschieden. Der Baum der Erkenntnis (von Gut und Böse) ist der Zinsgeldverleih und seine "Frucht" ist der Zins, genauer: der Urzins (Silvio Gesell, 1916) bzw. die Liquiditäts(verzichts)prämie (John Maynard Keynes, 1935)!

    Ab jetzt lassen sich alle anderen Bilder und Metaphern der originalen Heiligen Schrift (die Bibel nur bis Genesis_11,9), die nicht zum Zweck des Moralverkaufs gegenständlich-naiv uminterpretiert wurde, stringent und lückenlos erklären:

    Jüngstes Gericht

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