Sonntag, 21. Juli 2013

Der Spiegel und die Bildzeitung zwei Seiten ein und derselben Medaille

 "Die Insel der Scheinblinden" überschreibt Spiegel-online, das Portal der Scheingebildeten, einen Artikel, in dem mal wieder reichlich das Klischee vom faulen, betrügerischen Griechen genährt wird. Und die Griechen, dass muss Spiegel-online gar nicht mehr extra betonen leben ja schliesslich alle von unseren Steuergeldern. Voller Häme wird berichtet "Sozialprüfer brachten einer Reihe von Griechen das Augenlicht zurück".

 Von 152 untersuchten Patienten seien hundert weder blind noch anderweitig sehbehindert gewesen. Sozialbetrug sei ein ernstes Problem in Griechenland, so Spiegel-online, und koste den Staat jährlich schätzungsweise 500 Millionen Euro. Wer  das schätzt und wie seriös die Quelle ist, von der diese Zahl stammt, erfährt der Leser nicht. Vielleicht fand auch nur der Spiegelredakteur, dass doch 500 Millionen eine schrecklich schöne Zahl sei.

 Und wenn Spiegelredakteure erst einmal richtig in Fahrt sind, dann gibt es keine Schonung: "In den vergangenen Jahren wurden hunderte Fälle aufgedeckt, in denen sich "falsche" Blinde, Behinderte und Rentner Hilfsleistungen erschlichen haben".

 Die Griechen sind ein elf Millionen Volk, da sind einige hunderte, und wenn es sogar Tausend wären, nicht einmal ein Promille der Bevölkerung. Nun soll Sozialbetrug nicht schön geredet werden, aber was sind die Schäden durch Sozialbetrug gegen die Schäden durch Steuerhinterziehung, oder die Schäden, die durch das marode Bankensystem verursacht werden, oder durch Korruption der griechischen Eliten bei der Beschaffung von, zum Beispiel deutscher Rüstungstechnologie? Kein Wort davon auf Spiegel online. 237,3 Milliarden Euro an Hilfsgeldern, ohne den durchgeführten Schuldenschnitt vom letzten Jahr wurden inzwischen den Gläubigern Griechenlands, den Banken hinterhergeworfen. Kein Wort davon auf Spiegel online. Hier wird so getan, als würden sozialschmarotzende Sirtakitänzer die Weltgemeinschaft an der Nase herumführen und das Geld aus den zugenähten Taschen ziehen.

 Die Scheinblinden haben es den Spiegelleuten allerdings seit Jahren ganz besonders angetan. Ausser der gestrigen Meldung befasste sich der Spiegel bereits am 2. August 2011 mit dem Phänomen.  Spiegel-online titelte "600 Blinde auf einer Insel, - Griechische Behörden überprüfen Sozialbetrug". Da machte es sich denn auch besonders gut, dass man dem braven deutschen Steuerzahler damit schockte wie viel Geld der griechische Staat für solche Sozialschmarotzer aus dem Fenster wirft. "Die jährlichen Sozialleistungen des griechischen Staats betragen 6,4 Milliarden Euro."

 Am 14 Oktober 2011 dann förderte Spiegel-online "skurrile Erkenntnisse zu Tage", "etwa die über" "Sozialleistungen für angeblich 600 Blinde auf einer Insel".

 Am 12. Juli 2012 vermeldete Spiegel-online "Auf einigen inseln soll es überdurchschnittlich viele Leistungen für Blinde geben. Im März hatten Kontrolleure auf der Ionischen Insel Zakynthos festgestellt, dass statt angeblich 700 Betroffenen tatsächlich nur 60 blind sind. "Wir kontrollieren jetzt die Insel Chios mit 360 Blinden", sagte der IAK-Chef (IAK = größte Kranken- und Rentenkasse Griechenlands d. V.)

 Am 8. August 2012 wurde den 700 Scheinblinden von den Spiegel-online Redakteuren ein weiteres Mal die gelbe Binde mit den schwarzen Punkten vom Arm gerissen und der weiße Blindenstock aus der betrügerisch aufgehaltenen Hand geschlagen "Kontolleure haben auf der Ionischen Insel Zakynthos festgestellt, dass statt angeblich 700 tatsächlich nur 60 Bewohner blind waren. Zu ähnlichen Ergebnissen kam es auf der Insel Chios im östlichen Mittelmeer."

 So lieb die "Scheinblinden" den Scheinheiligen vom Spiegel und seinem digitalen Wurmfortsatz Spiegel-online auch im Laufe der Jahre geworden sind, der Spiegel wäre nicht der Spiegel, wenn er nicht die Gelegenheit nutzen würde, und gegen deutsche Sozialhilfe-Empfänger hetzen würde "Sozialbetrug ist allerdings bei weitem kein rein griechisches Problem: So wurden in Deutschland 2011 nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit mehr als 177.000 Straf- und Bußgeldverfahren wegen Leistungsmissbrauchs eingeleitet."

 Er ist umzingelt der Spiegel lesende, halbgebildete, selbstgerechte deutsche Spiessbürger. Spiegel und Spiegel-online nutzen mit diesen Randerscheinungen der Griechenlandkrise niederste Instinkte um gegen alles Soziale, ob in Griechenland oder hier in Deutschland Stimmung zu machen und unterscheiden sich darin in nichts von der, von seinen eingebildeten Lesern so sehr verachteten Bildzeitung.

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